Dankbarkeit tut Körper und Seele gut. Doch wie bekommst du das Gefühl in deinen Alltag?

Es gibt jeden Tag viele kleine Anlässe zur Dankbarkeit. Dass wir die häufig übersehen und unsere Aufmerksamkeit stattdessen auf negative Dinge richten, liegt an unserem genetischen Schutzprogramm. Für das Überleben unserer Spezies war es nötig, Gefahren zu erkennen. Bis heute gilt deshalb: „Schlechtes wirkt stärker als Gutes.“

Das alltägliche Praktizieren von Dankbarkeit hat dabei aber einen großen Effekt auf unser Wohlbefinden – denn unser Körper schüttet   weniger Stresshormone und mehr Glückshormone aus. Studien haben ergeben, dass Dankbarkeit einen wissenschaftlich bewiesenen Einfluss auf das Heilen von Krankheiten hat.

Es lohnt sich, den Blick auf die Ereignisse im Alltag zu lenken, für die wir dankbar sein können. Eine wirkungsvolle Übung ist ein Dankbarkeitstagebuch. Lege dir einen Kalender und einen Stift neben dein Bett. Lasse vor dem Schlafengehen den Tag Revue passieren, aber nur mit Fokus auf die guten Dinge. Und dabei ist es völlig gleich, wie „groß“ oder „klein“ die Dinge sind, für die du dankbar bist. Trage sie mit Stichworten ein. Sei gespannt – Du wirst staunen, wie das im Laufe der Zeit deine Stimmung hebt.

Wenn du mal kein Kalender und Stift parat hast, ist das auch völlig in Ordnung. Für diese Übung gibt es keine Ausreden. Du kannst dir vor dem Einschlafen alternativ zwei Minuten Zeit nehmen und dir die Dinge, für die du dankbar bist, in Gedanken aufzählen und Revue passieren lassen.

Nach Krisen ist man oft glücklicher

Durch einen anderen Blick auf schmerzliche Ereignisse verändert sich unsere Perspektive. Wir erkennen, dass unser persönliches Drama nicht nur schrecklich ist. Es gibt uns auch eine Gelegenheit zur persönlichen Entwicklung, die wir in guten Zeiten niemals bekommen hätten. Dass Dankbarkeit gerade in Krisen wertvoll ist, bestätigen auch die Untersuchungen des kanadischen Journalisten Robert Blondin.

Blondin hat international Menschen interviewt, die sich selbst als glücklich bezeichneten. Das waren erstaunlicherweise nicht die Schönen, Reichen oder Gesunden, sondern diejenigen, die Krisen bewältigt hatten und daran gewachsen sind. Offenbar stimmt die Erkenntnis des englischen Philosophen Sir Francis Bacon:

 „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ 

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